Lebererkrankungen / Leberdiät

Es gibt eine Vielzahl von Lebererkrankungen, die durch Viren, Bakterien, Parasiten, Pilze (sehr selten), chemische Verbindungen und Medikamente ausgelöst werden und zu einer Entzündung der Leber führen. Bei schweren und anhaltenden Leberentzündungen kommt es zu Vernarbungen in der Leber, da abgestorbene Leberzellen durch Narbengewebe ersetzt werden.

Ziel einer Leberdiät ist die Entlastung der Leberfunktionen und die Wiederherstellung der Speicher in der Leber.

Das Futter sollte fettarm und hochverdaulich sein. Hierbei sind hochwertige Eiweißträger, wie Hüttenkäse oder Magerquark anderen Proteinen vorzuziehen. Lebensnotwendige Fette sollten möglichst nur in Form von ungesättigten Fettsäuren wie Becelmargarine oder Ölen zugegeben werden, hochwertige Proteine in begrenzter Menge und einen knappen Salzgehalt aufweisen.

Diätetische Maßnahmen stellen bei Lebererkrankungen von Hund ( und Katze) einen wesentlichen und unverzichtbaren Teil für eine langfristig erfolgreiche Behandlung dar.

Wesentlich ist, dass durch die Nahrungsmittel im Darm keine freien Fettsäuren oder Giftstoffe entstehen. Daher sollen Kohlehydrate (Reis, Nudeln, Kartoffeln) möglichst viel vom Kalorienbedarf decken (70 –100 kcal/kg/d) und Nahrungsproteine auf ein Minimum beschränkt werden.

In einer akuten Phase ist es ratsam, den Hund zu fasten oder relativ flüssig zu ernähren, vor allem solange er eine erhöhte Körpertemperatur hat. Es ist möglich nach einer akuten oder bei einer chronischen Lebererkrankung die Leberfunktion durch die Ernährung und Nahrungsergänzung zu unterstützen.

Für erwachsene Hunde ist eine Diät mit reduziertem Fleisch- und Innereienanteil + erhöhtem Gemüse- und Kohlehydratanteil rat- und wirksam mit folgenden Abweichungen:          Für einen chronisch leberkranken Hund ist eine Diät mit reduziertem Proteingehalt notwendig um die Ammoniakproduktion zu reduzieren. Dazu empfiehlt sich ein Proteingehalt zwischen 14 – 16%, mit hochwertigen Proteinen wie Eier, fettarmer Fisch, fettarmen Hüttenkäse, Huhn und Putenfleisch.

Es sollte weniger Fett gefüttert und auf ausreichende Kalziumzufuhr geachtet werden.

 Verboten sind:

 fettes Schweinefleisch

Kommerziell erhältliche Standard-Futtermittel sind selten geeignet wegen eventueller unverträglicher Zusätze

eiweißreiche Futter und Fleischnebenprodukte geringer Qualität wie Lunge, Euter, Eingeweide, Fischmehl und Muscheln 

 

Erlaubt sind:

Eier (hartgekocht oder rohes Eigelb)

Fettarmer Hüttenkäse

Fettarmer Magerquark

 Öl

Huhn

Lamm

Putenfleisch

Mageres Rindfleisch

Fettarmer Fisch  Kabeljau,

Pangasius

Sardelenfilets

Sardinen

Schelfisch

Schleie

Zander

Schweineschmalz

 

Nudeln

Vollkornweizen &  Hirse

Brauner &  normaler Reis

Weißbrot

Kartoffeln

 

Rote Beete

Spinat

Krauskohl

Broccoli

Grünes Blattgemüse

Löwenzahn

Sellerie

Möhren

Sojabohnen

Kräuter

 

Nahrungsergänzung

Es gibt einige Leber unterstützende Nahrungsergänzungsmittel. Es ist ratsam, die Nahrungs-ergänzung nicht zu übertreiben, da dies unter Umständen die Leber wieder belasten könnte!!!

Mariendistel – schützt die Leber und unterstützt ihre Regeneration. Für ein 30 Kg Hund gibt man die Hälfte der Humandosis.

Alfalfa  – dieses vitaminreiche Kraut hilft bei der Feuchtigkeits- und Blutregeneration der Organe. (Grünmehl, nicht Sprossen)

Schöllkraut  – kann für kurze Zeit gegeben werden (bis zu zwei Wochen) um die Gallenproduktion anzuregen.

Löwenzahn  – regt die Leber und Nierenaktivität an; kann Kurweise gegeben werden.

Gelbwurzel  (Kurkuma) – das Gewürz ist ein starkes, Leber spezifisches Antioxidant und kann sehr Hilfreich für Tiere mit einer Leberentzündung sein.

Klette  – regt die Gallenproduktion an, entgiftet

Vitamin C – Antioxidant, hilft die Leberzellenfunktion wieder herzustellen.

Vitamin B 12 – dieses Vitamin wird in der Leber gespeichert und ist wichtig für die Blutkörperherstellung. Sollte zusammen mit einem Vitamin B Komplex gegeben werden.

Aminosäuren – reduziert die Arbeit der Leber. Einige Aminosäuren (L-Methionine, L-Cysteine, L-Glutathione, L-Arginine, L-Carnitine) helfen die Leber sich zu regenerieren.

Lecithin – hilft Fett abzubauen und den Organismus zu entgiften.

Enzyme – hilfreich bei der Verdauung von Proteinen und Fette.

Vitamin E – Antioxidantien sind grundsätzlich hilfreich bei Leberentzündungen.

Coenzyme Q10 – Antioxidant, entgiftend und Immunsystem stärkend.

Spurenelemente – notwendig für die Leberfunktion, werden normalerweise in der Leber gespeichert. Eine gute Quelle sind Meeresalgen oder Mikroalgen.

 

Für alle nachfolgenden Rezepte gilt: Kleine Mahlzeiten 4 – 6-mal am Tag.

Rezept A

2,5 Tassen gekochter Reis ohne Salz

3 Scheiben Weißbrot

1 Teelöffel Calciumcarbonat

1 großes hartgekochtes Ei

250 g geschmort Rinderhackfleisch

 

Dies entspricht 1500 kcal/kg Futter und der kommerziell erhältlichen k/d Diät von Hills

Fütterungsempfehlung: ca. 500g Futter pro Tag und 10 kg Körpergewicht

 

Rezept B

2,5 Tassen gekochter Reis ohne Salz

2 Esslöffel Pflanzenöl

1 großes hartgekochtes Ei

¼ Teelöffel Calciumcarbonat

¼ Teelöffel Kaliumchlorid

dies entspricht 1380 kcal/kg Futter und der kommerziell erhältlichen l/d Diät von Hills

Fütterungsempfehlung: ca. 540g Futter pro Tag und 10 kg Körpergewicht

 

Rezept C

1,5 Tassen fettarmer Hüttenkäse (1% Fett)

3 Tassen gekochter Reis ohne Salz 

30 g gekochte Rinderleber

1 Teelöffel Calciumdiphosphat

1 Teelöffel Maisöl

250 mg Vitamin C

1 Kapsel Vitamin B Komplex + Eisen

Diese Diät enthält 1000 Kcal/kg Futter und 24 % Protein. Werden statt 1,5 Tassen nur 1 Tasse fettarmer Hüttenkäse verwendet enthält die Diät nur 18 % Protein

Fütterungsempfehlung: ca. 750g Futter pro Tag und 10 kg Körpergewicht

 

Rezept D

115g   normales gekochtes Rinderhackfleisch

1         Ei hartgekocht

350g   gekochter Reis ohne Salz

3          Scheiben (75g) Weißbrot, zerbröselt

1TL      (5g) Kalziumkarbonat

1TL      Pflanzenöl     

0,5g      Jodsalz

Das Fleisch schmoren, alle Zutaten gut vermischen. Die Mischung ist etwas trocken,

die Schmackhaftigkeit kann durch das Zumischen von etwas Wasser verbessert

werden.

Fütterungsempfehlung für einen Hund von 13 kg mit wenig Bewegung.

 

Rezept E

2,5 Tassen Reis

250g Huhn

100g Brokkoli

1 Ei ( hart gekocht)

Alles kochen und anschließend mit 100g Magerquark & Wasser vermischen

 

Rezept F

Lachs (kann sowohl gekocht als auch angebraten werden in wenig Fett)

Sellerie

Möhren

Brokkoli

Nudeln (Verhältnis 2:1)

Alles kochen und zur besseren Verdauung pürieren und bei Bedarf mit Wasser vermischen

 

Rezept  G

Hühnerbrustfilet

Reis (Verhältnis 2:1)

Brokkoli

Alles kochen und zur besseren Verdauung pürieren und bei Bedarf mit Wasser vermischen