Fit durch den Herbst

Das Thema Zeckenschutz ist im Herbst noch lange nicht vom Tisch, auch wenn viele von uns das denken würden. Eine höhere Luftfeuchtigkeit und milde Temperaturen bieten für die Blutsauger ideale Bedingungen, um ihre Aktivität noch einmal zu steigern, bevor sie in die Winterstarre fallen. Daher sollten Sie den Zeckenschutz im Herbst unbedingt auffrischen !!!

20131024_115508 Kopie

Denken Sie bitte auch an die Sicherheit, wenn Sie mit ihrem Hund unterwegs sind:           1. Lassen Sie den Hund bitte nur dann im Dunkeln von der Leine, wenn er absolut zuverlässig gehorcht! Denn seine Nase zeigt ihm ein Wildtier oder eine Katze schneller an, als ihre Augen das Tier erfassen können!

 2. Man sollte Sie und ihren Hund im Nebel und im Dunkeln gut sehen können!

 Hier sind lichtreflektierende Leinen und Halstücher, blinkende / leuchtende Halsbänder oder (wasserfeste) LED-Anhänger,  Sicherheitswesten mit reflektierenden und auffälligen Neon für Hund und Halter, wie auch Reflektoren für die Pfoten des Hundes ein großes Hilfsmittel, um die Aufmerksamkeit der Autofahrer auf Sie und den Vierbeiner zu lenken.

Und da die meisten Vierbeiner genauso ungern wie wir im Regen spazieren gehen, denken Sie doch bitte auch daran, ihrem Hund die passende Regenkleidung anzuziehen, um ihm den Spaziergang so angenehm wie möglich zu gestalten.

Der Vorteil eines Regenmantels/  Regenoveralls liegt auf der Hand, denn man muss im nachhinein nur die Pfoten und den Kopf abtrocknen, während der Rest des Hundes sauber und trocken bleibt.

Natürliche Zeckenmittel

Warum sind Zecken und Flöhe für Hunde gefährlich?

Zecken, Mücken und Flöhe übertragen gefährliche Krankheiten auch auf Hunde. Früher kannte man dies vor allem aus den südlichen Ländern, mittlerweile wurden diese für Hunde wie Menschen gefährliche Krankheiten leider auch in Deutschland eingeschleppt.
Von den in Deutschland beheimatete Ixodes-Zecken tragen 35% den Erreger der Lyme Borreliose, etwa der 30. Zeckenstich führt zur Infektion – in Deutschland infizieren sich pro Jahr 240000 Menschen, bei 60000 bricht die Krankheit aus. Die Zahl der durch Zeckenbisse erkrankten Hunde ist unbekannt, aber zweifelsohne gigantisch hoch – denn gerade Hunde sind besonders zeckengefährdet und deshalb ist natürlicher Zeckenschutz dringend anzuraten.
Die Borrelien –  Bakterien bewirken eine sogenannte multisystemische Krankheit, denn sie befallen sowohl verschiedene Organe, also auch das Nervensystem, die Gelenke und das Gewebe. Rechtzeitig entdeckt, kann Borreliose mit Antibiotika behandelt werden, das sogenannte 3. Stadium gilt als nicht mehr behandelbar.
4% der in Deutschland beheimateten Ixodes – Zecken tragen den hochgefährlichen Erreger der Anaplasmose. Auslöser ist das Anaplasma – Bakterium, das durch Zecken übertragen wird und bei Menschen wie Hunden zu fieberhaften Erkrankungen führt, auch zu Apathie, Blutarmut, Gleichgewichtsstörungen, Gelenkentzündungen und Lähmungen. Hunden sind dann nur noch mit Antibiotika zu retten.
Einen bedauerlichen Aufschwung erlebt in Deutschland die Babesiose, besser bekannt als Hundemalaria.
Die von der Hundemalariazecke übertragenen Babesien sind Parasiten, die zuerst die roten Blutzellen befallen. Die durch Zecken übertragene Babesiose führt beim Hund zu Müdigkeit und hihem Fieber, Appetitlosigkeit, Bewegungsstörung und Lahmheit bis hin zu Gelbsucht – Erscheinungen. Trotz dieses heftigen Krankheitsbildes ist ein Verdacht inder Veterinärmedizin nach wie vor nur sehr schwer nachzuweisen. Die Babesiose – Hundemalaria – Krankheit wird auch beim Hund mit Antibiotika behandelt.

Natürliche Schutzmittel gegen Zecken, Flöhe und andere Plagegeister!

“ Natürliche Alternativen für Hunde zu den herkömmlichen chemische Keulen “

Zum Beispiel:

1. CdVet Abwehrkonzentrat
– Inhaltstoffe: Teebaumöl, Lavendelöl, Jojobaöl Geraniumöl
– sehr gute Wirksamkeit
– Kosten: ca. 16,00 € für eine 10ml Flasche ( reicht etwa 1 Jahr )
– Bezugsquelle: diverse Internetshops

2. Anibio Melaflon
– Inhaltstoffe: Aqua dem., Emulgator, Melaleuca alternifolia
– täglich anzuwenden
– Kosten: ca. 11,00 € für 100ml Sprühflasche
– Bezugsquelle: Internetshops, z.B. www.anibio.de

3. Amoskan
– Inhaltstoffe: Sonnenblumenöl, Neemöl, Cedernholz, Eukalyptus, Citronella, Lavendel, Gewürznelke
– natürliches Körperöl
– Kosten: 100ml – Flasche ca. 10,00 €
– Bezugsquelle: Internetshops, z.B. www.giraffenland.de

4. Marengo Limes Spray
– Inhaltstoffe: hochwertige Öle aus  Lavendel, Nelke und Pfefferminze
– auch für Allergiker geeignet
– täglich anzuwenden
– Kosten: 300ml Sprühflasche ca. 10,00 €
– Bezugsquelle: Internetshops, z.B. www.petspremium.de

5. Bernsteinkette
– Inhaltstoffe: Bernstein
– Wirkung ist eine Glaubensfrage
– Kosten: zwischen 10,00 € und 100,00 €
– Bezugsquelle: Internetshops, z.B. www.amberdog.de

6. Luposan Zeckweg
– Inhaltstoffe: Sauermolke, Hefe, Hopfen, Bockshornkleesamen, Knoblauch, Lysin
– ist ein Nahrungsergänzungsmittel
– täglich mit ins Futter
– Kosten: 600g Dose ca. 20,00 €
– Bezugsquelle: Internetshops, z.B. www.futterfreund.de

7. Petvital Verminex von Canina
– Inhaltstoffe: Decansäure ( natürlich vorkommend in Kokosöl )
– 1x wöchentlich anzuwenden
– Kosten: 25ml Flasche ca. 9,00 € ( tröpfchenweise anzuwenden )
– Internetshops, z.B. www. medplex.de oder Fressnapf

8. Lavendelöl
– Inhaltstoffe: ätherisches Öl aus den Blüten des Lavendels
– täglich anzuwenden
– Kosten: 10ml Flasche ca. 6,00 €
– Bezugsquelle: Apotheken oder Internet, z.B. shop-apotheke.com

9. Knoblauchpulver
– gibt es von verschiedenen Anbietern
– Futterergänzungsmittel ( ACHTUNG! Vergiftungen gibt es erst bei 40kg pro Hund )
– Kosten: 225g Dose für ca. 6,50 € ( auch größere Dosen )
– Bezugsquelle: Internetshops, Barfshops

10. Zitronella / Citronella
– Inhaltstoffe: Zitronenmelisse
– 1x wöchentlich anzuwenden
– Kosten: 50ml Flasche für 5,00 €
– Bezugsquelle: Apotheken oder Internet, z.B. www.medplex.de


Das Älterwerden

Unsere Welt wird älter. Wie beim Menschen ist auch bei Hunden in den vergangenen Jahren die Lebenserwartung angestiegen. 
Aber auch an unseren Vierbeinern geht der letzte Lebensabschnitt nicht spurlos vorüber.
Ihr Körper wird gebrechlicher, typische Alterskrankheiten treten auf und sogar die Haare, besonders um die Schnauze herum, werden grau.
“ Altern ist ein komplexer biologischer Prozeß.“

Im Alter können auch Hunde grau werden - zumindest um die Schnauze

Im Alter können auch Hunde grau werden – zumindest um die Schnauze

Das Älterwerden ist als solches zwar nicht behandelbar, aber die Krankheiten, die als Begleiterscheinungen auftreten, können durchaus gelindert werden. Durch medizinische Versorgung, gesunde Ernährung, liebevolle Pflege, regelmäßigen Auslauf und Beschäftigung kann die Lebensqualität der Hunde im Alter spürbar verbessert werden. Dadurch kann dann in vielen Fällen sogar die Lebensspanne verlängert werden.

Hunde gelten ab dem Alter von                                    sieben Jahren als Senioren.

Als Hundebesitzer tragen Sie Verantwortung für das Leben Ihres Hundes. Deshalb sollten Sie sich gerade dem alternden Hund vermehrt widmen. Achten Sie auf die Symptome beginnender Beschwerden.
Das A und O für alternde Hunde : regelmäßige Gesundheitschecks!

… die Augen: blinder hundOft läßt im Alter das Sehvermögen nach und sie bekommen Grauen Star. Diese Beeinträchtigung ist jedoch nicht ganz so dramatisch, weil sich Hunde vor allem auf ihre Nase verlassen. Problematischer wird es, wenn auch noch der Gehörverlust hinzukommt.

… Arthrosen / Bewegungsprobleme: Im Alter sind vor allem die Gelenke eine Schwachstelle des Hundes. Abnutzungserscheinungen lösen Arthrosen aus und häufig kommt es auch zu Bandscheibenbeschwerden. Vor allem nach langem Liegen bewegt sich der alte Hund anfangs recht steif und staksig. Er muss sich erst “ warmlaufen „.
Helfen können Sie, indem Sie Ihren Hund beim Schlafen zudecken und darauf achten, daß er nicht zu hart und kühl liegt. Vermeiden Sie Überbelastungen der geschädigten Gelenke. Lieber 3-4mal täglich eine Viertelstunde mit dem Hund spazierengehen als einmal eine Stunde lang. Achten Sie darauf, daß sich Ihr alter Hund nicht zuviel zumutet.

… das Gebiß: Mit zunehmenden Alter neigt der Hund auch häufig zu Zahnstein, der wiederum zur Parodontose, Lockerung und Vereiterung von Zähnen führt. Geben Sie dem Hund ausreichend (geeignete) Kaumaterialien*  für den natürlichen Zahnabrieb und putzen Sie ihm, wenn nötig, die Zähne.

*ACHTUNG !! Keine Knochen für ältere Hunde !!

Da besonders ältere Hunde für Verdauungsstörungen anfällig sind, sollten Tiere ab dem 7.  Lebensjahr überhaupt nicht mehr mit Knochen gefüttert werden. Im Extremfall könnte es sonst passieren, dass ein Darmverschluss auftritt und der Hund nur noch durch eine Notoperation gerettet werden kann.

… das Fell: Bei der Pflege des Fells tasten Sie den Körper des Hundes regelmäßig nach Warzen, Knötchen und Tumoren ab. Nur durch frühzeitiges Erkennen ist eine wirksame Hilfe durch den Tierarzt möglich.
Achten Sie beim Reinigen der Körperöffnungen wie Ohren, After und Genitalbereich auf Verunreinigungen durch Ausfluss, Wucherungen und eventuelle Tumorbildungen. Gewöhnen Sie sich beim Streicheln Ihrer Hündin auch an, regelmäßig das Gesäuge abzutasten. Stellen Sie dabei Verhärtungen fest, sollten Sie baldmöglichst den Tierarzt aufsuchen.

Sind Hunde über acht Jahre alt, sollte eine Vorsorgeuntersuchung sogar zweimal im Jahr stattfinden und eine Urinuntersuchung, spezielle Blutuntersuchungen sowie eine genaue Herzdiagnostik einschließen.

WICHTIG ist die Erkenntnis, daß  Alter keine Krankheit ist und viele Altersbeschwerden bzw. Krankheiten durchaus behandelbar sind.

Umgang mit einem kranken Hund

Tipps zum Umgang mit einem bewegungseingeschränkten Hund

„Er muss sich schonen und erholen“, sagt der Tierarzt – Ihr Hund ist aber anderer Meinung… Früher oder später wird jeder Hundehalter die Aussage von seinem Tierarzt bekommen: “ Toben, spielen, rennen und ausgiebige Spaziergänge sind für die nächste Zeit TABU!“

Egal, wodurch diese Aussage begründet ist, ob es sich um eine Unfallfolge, Krankheit oder nur um ein verknacktes Bein handelt, weil der Hund sich vertreten hat und humpelt… Er wird körperlich und psychisch unter der Umsetzung dieser tierärztlichen Verordnung leiden – und Sie mit ihm!

Der Hund kennt leider nicht immer seine Grenzen und weiß nicht, was am besten für ihn ist. Nun ist Ihre Kreativität und Ihr Durchsetzungsvermögen gefragt. Denn es ist für beide Parteien nicht befriedigend, wenn Sie Ihren Hund wieder und wieder zum „Still-Liegen“ auf seinen Platz verweisen, er aber immer wieder aufsteht, weil er nicht ausgelastet ist und außerdem Langeweile hat.

Bedenken Sie, dass eine Bewegungseinschränkung über einige „wenige“ Tage nicht weiter dramatisch ist, diese aber über einen längeren Zeitraum im schlimmsten Fall zu Muskelschwund führen kann!

Wird es jedoch vom Tierarzt ausdrücklich gefordert, dass sich der Hund so gut wie gar nicht bewegen soll, dann sprechen Sie mit ihm über entspannungsfördernde Massagen und spezielle Übungen für Muskel und Gelenke!

Ansonsten überlegen Sie sich, was Ihrem Hund Freude bereitet, um ihn nicht zu sehr körperlich zu belasten, aber dennoch geistig zu fördern und auszulasten.

Schenken Sie ihm mehr Aufmerksamkeit als sonst üblich, sprechen ihn öfter an und lassen ihn bewusst und aktiv an Ihrem Alltagsleben teilnehmen. Beispiel: „Komm! Wir machen jetzt die Wäsche.“ Er darf und muss sich einige Meter bewegen, muss Ihnen folgen, sich dann ablegen und zusehen, was Sie machen. In diesem Fall, wie Sie die Wäsche aus der Maschine holen und diese anschließend aufhängen. Dann darf er Sie in die Küche begleiten, kann sich wieder ablegen und Ihnen beim Kochen zusehen…

Auf keinen Fall dürfen Sie den Hund mitnehmen, wenn Sie die Wäsche aus dem Waschkeller holen müssen und er sich z.B. mit einem Gipsbein die Treppe hinter Ihnen her runter quälen muss!

Wenn möglich, lassen Sie ihn in diesem Fall am Treppenansatz „Platz“ machen, so beteiligen Sie ihn trotzdem an Ihren Aktivitäten, so dass er in der Zwischenzeit nicht regungslos in seinem Körbchen verweilen muss und bauen dennoch zwischendurch noch eine Gehorsamsübung mit ein.

Es wird Ihnen komisch vorkommen, aber Ihre Aufmerksamkeit und Ansprache, wird nicht nur durch die kleinen Gehorsamsübungen, die Sie zwischendurch und nebenbei einfordern, Ihre Bindung stärken, sondern ihm auch helfen mit der vorübergehenden Einschränkung zu recht zu kommen.

Versuchen Sie auf den kurzen Wegen, die Sie mit Ihrem Hund in der Wohnung zurücklegen, einfache Suchspiele einzubauen, die sich später ausbauen lassen, indem Sie den Schwierigkeitsgrad erhöhen. Bringen Sie ihm neue Tricks bei, aber egal, was Sie tun, belohnen Sie den Hund bitte NICHT mit Futter! Schließlich soll er in dieser Phase der körperlichen Einschränkung nicht noch zusätzlich Übergewicht bekommen!!!

Lassen Sie sich bitte zum Thema Futtergewohnheiten von Ihrem Tierarzt beraten, da ein inaktiver Hund weniger Energiezufuhr über das Futter benötigt, als im „Normalzustand“. In manchen Fällen ist es ratsam die Futtermenge zu reduzieren, in anderen Fällen wiederum auf Lightfutter umzusteigen oder, oder, oder….

Für die Genesung Ihres Lieblings spielen aber auch andere wichtige Faktoren eine Rolle: Haben Sie einen reizempfindlichen Hund, der z.B. auf jedes Geräusch reagiert? Leben Sie in einem Turbulenten Haushalt mit Kindern, mehreren Hunden oder oder anderen Haustieren zusammen? So ist es ratsam den Hund keinem Stress auszusetzen!

Sie müssen darauf achten, dass der Hund von den anderen „Familienmitgliedern“ weitgehend in Ruhe gelassen wird, um sich erholen zu können. Er darf keinem Mobbing ausgesetzt werden!

Wir erleben es zwar oft unter unseren domestizierten und meist sehr sozialisierten Hunden in einem Mehr-Hund-Haushalt, dass es sehr verständnisvolle Hunde gibt, die ihren Kumpel trösten und beschützen wollen, aber ebenso viele Hunde geben in dieser Situation ihrem Urinstinkt nach und versuchen ein schwaches und krankes Tier aus dem Rudel auszugrenzen, die Situation zu ihrem eigenem Vorteil auszunutzen, um z.B. in ihrer Rangordnung aufzusteigen…

Sollten Sie mehrere Hunde haben, ist es in solchen Krankheitsfällen manchmal von Vorteil, um einer Eskalation vorzubeugen, dem eingeschränkten Hund einen eigenen separaten Raum zur Verfügung zu stellen, in den er sich zurückziehen und stressfrei gesund werden kann!

Sie kennen Ihren Hund am besten! Beobachten Sie ihn und entscheiden Sie, wann er eine Auszeit braucht.

Umgang bei Wildbegegnungen

ACHTUNG:  WILDSCHWEINE!

Im Hundeauslaufgebiet „Arkenberge“ fanden im Januar 2013 vermehrt Sichtungentreibjagd und Begegnungen mit Widschweinen statt. Aus diesem Grund fand wohl auch eine Treibjagd direkt im Hundeauslaufgebiet statt. Die Hundebesitzer und Besucher vom Auslaufgebiet wurden durch aufgestellte Schilder,  wie dieses Foto unserer Kollegin Bettina (www.gassi-und-mehr.de) dokumentiert, von diesem Vorhaben in Kenntnis gesetzt…

Eine solche Begegnung hatte auch Magi vergangene Woche mit ihren Hunden, als ein Wildschwein (vermutlich ein Keiler) frontal auf sie und ihr Rudel zukam. Bevor einer der Hunde reagieren konnte, rannte Magi nach links, laut „Mäuse! Mäuse!“ rufend über eine Büschung hinweg auf das nächste Feld. Auf diese Weise zog sie die Aufmerksamkeit der ganzen Hundegruppe auf sich, die ihr folgte, so dass sich keiner für das Wildschwein interessierte, während dieses im Spaziergangtempo an ihnen vorüberzog.

Weniger Glück hatte hingegen unsere Kollegin Kerstin (www.dogandwalk.com), als sie mit ihren beiden Hunden (Deutsche Dogge/Rhodesian Ridgeback Mix-Rüde Lennox und Bordeauxdogge/Cane Corso Mix-Hündin Julie) gemeinsam mit ihrem Nachbar und seiner Boxerhündin zu einem privaten Spaziergang in Königs Wusterhausen aufbrach. 

 „Diei Hunde haben sich gegenseitig gejagt. Meistes ist Lennox der Hase und die beiden Mädels jagen ihn. So auch an diesem Tag. Bei uns ist relativ lichter Wald und die haben ihre Kreise gedreht immer ganz nah am Wanderweg. Irgendwie sind sie dann einmal vielleicht 2-3 Meter in eine kleine Schonung rein und da müssen sie über ein Wildschwein
getolpert sein.
Komische Geräusche – habe sofort gerufen und sie sind auch sofort gekommen
und nach ihnen kam als letztes noch das Schwein aus der Schonung, ist aber
Gott sei Dank wieder abgedreht und in die Schonung zurück.
Alles geschah nur in Sekunden und wirklich nur ein paar Meter vom Wanderweg entfernt…“, sagt Kerstin.

Aber das Ergebnis dieser Sekunden-Begegnung zeigen diese Bilder:IMG_2736IMG_2733Lennox hatte Glück und hat diese Attacke überlebt. Aber uns sind auch Fälle z.B. aus dem Hundeauslaufgebiet „Jungfernheide“ in Tegel bekannt, wo die Hunde einen solchen Angriff leider nicht überlebt haben.

 

DER RICHTIGE UMGANG BEI BEGEGNUNGEN MIT WILDTIEREN

Tipps zum Verhalten bei Wildkontakt mit dem Hund  gibt uns nachfolgend unser befreundeter Jäger: Ingo Beinroth.

Erst einmal die gute Nachricht: Allzu große Sorgen müssen wir uns nicht machen, so lange wir ein paar Regeln einhalten. Es wird nicht passieren, dass uns oder unseren Hunden ein tollwütiger Fuchs mit dem nackten Hintern ins Gesicht springt. Ebenso ausgeschlossen ist es, dass uns ein Wolf begegnet, auch wenn in den Medien dieses Thema gerade ohne Ende aufgebauscht wird.

Es wäre da aber immer noch das Schwarzwild (Wildschweine) auf das wir den Fokus richten sollten. Selbst in unseren Gefilden kann ein Keiler bis zu 160 kg schwer werden und eine Bache (weibliches Wildschwein) verfügt über eine Beisskraft, dass sie den Oberschenkelknochen eines Menschen mal eben durchbeissen könnte. Wie alle heimischen Wildtiere ernähren sich auch Wildschweine nicht von Menschen- oder Hundefleisch. Problematisch kann es nur werden, wenn sie in die Enge getrieben werden, verletzt sind oder ihren Nachwuchs groß ziehen.

Den Keiler können wir im Prinzip fast vernachlässigen, da er von den Bachen aus der Rotte (Rudel) vertrieben wird und mit dem Nachwuchs nichts mehr am Hut hat. Gefährlich kann es jedoch werden, wenn er tagsüber von einem Hund hochgemacht wird oder wenn er verletzt ist. Durch seine Hauer und Haderer kann er Hund und Mensch tödliche Verletzungen zuführen. Die meisten Opfer verbluten ganz einfach, weil die Beinschlagader zerfetzt wurde. Wer glaubt, dass in Afrika die meisten Menschen durch Wild wie Löwen, Leoparden, Schlangen etc. zu tode kommen, der irrt. Die meisten sterben nach einem Kontakt mit einem Warzenschwein. 

Sollte Dich ein hochgemachter Keiler verfolgen, dann solltest Du weglaufen und im letzten Moment zur Seite springen. Ein Keiler läuft nämlich durch und kommt i. d. R. nicht wieder. Anders sieht das bei den Bachen aus. Sie machen so lange kehrt bis sie Dich haben! Bei der Bache hilft also nur der nächste Baum. Um den Hund braucht man sich bei einer Bache nicht so die Sorgen zu machen, da sie kaum Angriffsfläche haben, um ihn zu beissen.

Beim weglaufen würde ich auf Geschrei verzichten. Das beeindruckt nun wirklich keine Sau. Im Gegenteil: Sie kann denken, dass sie Dich gerade in die Flucht schlägt und durch das Gekreische gelangt sie zu dem Eindruck, dass Du Dich noch nicht ergeben hast.

Wie können wir solche unangenehmen Begegnungen jedoch vermeiden? Im Prinzip nur durch Rücksichtnahme. Schwarzwild war ürsprünglich mal tagaktiv. Durch die zunehmende Zersiedelung der Landschaft und der Konzentration von Freizeitsportarten im Wald sind sie nun Nachtaktiv geworden. Wenn sie also am Tage, wenn sie schlafen wollen, durch unkontrolliert stöbernde Hunde hoch gemacht werden, dann finden sie das schon mal nicht Schick.

Am intensivsten bejagt werden sie in den Wintermonaten, durch Drückjagden. Da es sich dabei um eine Bewegungsjagd handelt, kann es auch mal dazu kommen, dass ein Tier krank geschossen wird. Verletzt im Unterholz versteckt sind die Tiere zu allem fähig. Drückjagden werden immer ausgeschildert und man sollte das Gebiet in dieser Zeit dann so weit es geht meiden. Dass man den Hund nicht unkontrolliert stöbern lässt, sollte selbstverständlich sein.

Die größte Gefahr ist und bleibt jedoch die Bache, die ihren Nachwuchs groß zieht. Sie verteidigen diesen vehement ohne Rücksicht auf Verluste. Die Rauschzeit (Paarungszeit) ist von Oktober bis Anfang Januar. Der Schwerpunkt liegt im November. D. h., dass sie jetzt schon ihren Nachwuchs aufziehen können, da die Tragzeit bei unter 4 Monaten liegt.

Sollte eine Bache ihren Nachwuchs komplett verlieren beginnt sofort die nächste Rauschzeit für sie. Sinn macht es immer, vorzeitig die Augen aufzuhalten, um zu erkennen, wo sich das Schwarzwild gerne aufhält. Anzeichen können Spuren im Schnee sein, vielmehr jedoch noch Stellen, wo sie alles umgegraben haben. 

Bevorzugt halten sie sich am Waldrand zu angrenzenden Maisfeldern auf. Sollte man ihre Anwesendheit so entdeckt haben, dann sollte man in solchen Gegenden den Hund nur am Riemen, Schlepp oder Freifolge führen. Wer ein gutes Ohr hat, kann auch dieses einsetzen. Wenn gequiekt wird, dann verständigen sie sich gerade innerhalb der Rotte. Wenn alles still ist und man eine Art blasen hört, dann steht der Angriff kurz bevor.

Da es nie eine 100 %-ige Sicherheit für den Hund geben wird, möchte ich an dieser Stelle noch auf ein gerne vernachlässigtest Thema hinweisen, welches gerne übersehen wird: Die 1. Hilfe für den Hund.

Wir sollten uns immer vor Augen halten, dass wir, wenn dem Hund was passiert, nicht mal eben die 112 wählen können und ein paar Minuten später ist Hilfe vor Ort!              Stellt Euch bitte einfach mal vor, Euer Hund bricht auf der gewöhnlichen Runde im Wald zusammen. Was würdet ihr dann tun? Wen ruft ihr an? Könnt ihr Euren Hund tragen? Wie kommt er zum TA? Was ist, wenn der nicht da ist? Wie stoppt ihr vorläufig eine Blutung? Wie reanimiert man einen Hund? Was tun bei Brüchen?…

Lesen Sie weiter: 1. Hilfe für den Hund

Welpenerziehung

WELPEN – Der richtige Zeitpunkt für die Hundeschule

DSCF2374Sie bekommen Ihren Welpen, juhuuuuu… Der schönste Tag in Ihrem Leben!!!
Die ersten Wochen bei Ihnen zu Hause sind sehr aufregend für den kleinen Racker.
Zuerst muss er sich an Sie und seine neue Familie gewöhnen. Er muss viele Eindrücke
verdauen, sich an den geänderten Tagesablauf gewöhnen und Sie näher kennenlernen.

Hat er sich an Sie und seine neue Umgebung gewöhnt, ist tierärztlich untersucht worden und für gesund befunden, dann erst ist Zeit, die große Welt zu entdecken!

In der sogenannten Prägungsphase sollte Ihr Welpe zu Ihnen und Ihrer Familie Vertrauen aufbauen, aus der später einmal Bindung wird. Ihr Welpe ist in einer Phase seines Lebens, in der alles Gute und Böse, das er erlebt, einen tiefen und bleibenden Eindruck hinterlässt.

Viele Hundeschulen oder Vereine bieten deshalb für Welpenbesitzer diverse Kurse an.
Zum Beispiel: Welpenschule, Welpenspiel oder Prägungsstunden Hinter diesen Begriffen verbirgt sich meist ein Mix aus Sozialisierung und Grunderziehung.

Zwischen der 9 und 16 Woche ist der richtige Zeitpunkt, um eine Welpenschule zu besuchen.

Das Ziel der Welpenprägung ist, den Hund an viele Objekte, Personen und Tiere heranzuführen, die später zu seinem Alltag gehören werden. Er lernt verschiedenen
Bodenuntergrund kennen, hört ein Flugzeug, beschnuppert eine Treppe, bestaunt
einen Radfahrer. Alles mit seinem Halter, der ganz nah bei seinem Baby
bleibt.
In der Welpenschule, unter Anleitung eines erfahrenen Trainers, lernt
der Welpe, dass ihm nichts passiert und es sich lohnt, sich auf seinen Menschen zu konzentrieren, ihn zu beobachten und ihm zu folgen.
Er lernt auch ein paar Grundkommandos, wie zum Beispiel: das gelassene Gehen an der Leine, das Sitz, Platz und Steh.
Idealerweise bestehen die Unterrichtsstunden aus Theorie und Praxis. Dort haben Sie auch die Möglichkeit  Fragen loszuwerden und sich ganz persönliche Ratschläge
abzuholen.2

Junge Hunde können sich nicht sehr lange konzentrieren, deshalb wird der Unterricht immer wieder unterbrochen, um die Hunde miteinander spielen zu lassen.
Freies Spiel ist gerade für Welpen ungeheuer wichtig, denn er trainiert dabei sein Verhaltensrepertoire, das er beim Menschen nicht lernen kann. Der Welpe lernt die Signale der anderen Hunde zu deuten und seine Mimik gezielt einzusetzen. Er kann mit Gleichaltrigen toben, kämpfen und um die Wette rennen und vieles mehr.
Welpenspielgruppen finden immer in eingezäuntem Gelände unter Aufsicht von einem oder mehreren Trainern statt.

Durch die gemeinsamen Entdeckungen neuer Welten entsteht automatisch auch eine enge Verbundenheit, die sich lebenslang auszahlt !!!

 

Weitere Beiträge zum Thema „Welpen“ finden Sie in der Kategorie:

Hundemythen – über Welpen

Hundebücher/Büchertipps:                                                                           

 “B.A.R.F. Junior – Artgerecht Rohfütterung für Welpen und Junghunde”         

“Was Hündchen nicht lernt… Welpen und Junghunde verstehen, prägen und erziehen”

beliebte Mythen

In dieser Kategorie finden Sie „beliebte Mythen“ zum Thema:

Hundespeichel macht krank!                                                                                      Autoritäre Erziehung muss sein!                                                                                        Was ein Hund gelernt hat, verlernt er nie mehr                                                                   Das ist eine seht leicht / schwer erziehbare Rasse                                                       Hunde der gleichen Rasse tun sich nichts                                                                        Mein Hund darf mich anspringen, wenn ich Jogginghosen anhabe, aber nicht wenn…     Das machen die Hunde unter sich aus

 

Hundespeichel macht krank!                                                                                              “ Bloß nicht den Hund übers Gesicht lecken lassen!“ oder “ Sofort die Hände waschen, wenn der Hund deine Hände abgeleckt hat! “ Diese oder ähnliche Ratschläge hört man immer wieder. Hierbei handelt es sich um ein Gerücht !!!
Spätestens seit 1986 ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass der Hundespeichel antibakterielle Substanzen enthält, was sogar die Heilung von Wunden beschleunigt.
Lediglich das Thema „Wurmbefall „darf man hier nicht ganz unter den Tisch fallen lassen, obwohl zumeist andere Hunde und weniger der Mensch von einer Übertragung betroffen sind.

 

DSC00786Autoritäre Erziehung muss sein!                                                                                     Manche Leute glauben immer noch, dass autoritäre bzw. sehr strenge Erziehung das Nonplusultra in der Hundeerziehung sei. Wenn der Halter die Funktion des Leittiers übernimmt, ist es absolut unnötig, dem Hund ständig zu zeigen, „wo der Hammer hängt“.                                                                     Aber auch eine anti-autoritäre Erziehung ist genauso falsch.
Den idealen Erziehungsweg gibt es nicht, zumal es noch Unterschiede
bedingt durch Rasse, Umfeld, Geschlecht etc. gibt. Aber: der erste Weg, ist der
Weg der “ liebevollen Konsequenz“. Das heißt, man respektiert den Hund, agiert
aber konsequent und beharrlich. Die Lernatmosphäre sollte hierbei immer
entspannt sein – und alle Familienmitglieder sollten an einem Strang
ziehen.

(Quelle: Zeitschrift „Hundewelt“ Ausgabe Februar 2013)

 

Was ein Hund gelernt hat, verlernt er nie mehr                                                                 Viele Hundehalter freuen sich, wenn die Grunderziehung abgeschlossen ist. Sie sind dann der Meinung, dass sie nie wieder mit ihrem Hund üben müssen. Das ist leider ein Irrglaube!!! Die Kommandos und das Erlernte müssen immer wieder geübt bzw. wiederholt werden, um so im Verhalten des Tieres gefestigt werden. Es gibt keine Garantie auf Dauer. Gerade während der Pubertät scheint der Hund plötzlich alles verlernt zu haben. Das gleiche passiert auch, wenn sie sich eine Zeitlang inkonsequent verhalten haben. Dann müssen sie unter Umständen ganz von vorne mit dem Training beginnen.

 

Das ist eine sehr schwer / leicht erziehbare Rasse                                                

Gehorcht ein Hund nicht so, wie man es sich vorstellt, so wird das gerne mal auf die Rasse geschoben. Solche Sprüche wie: “ Schaff dir einen Labrador an, den muss man nicht erziehen, ein absoluter Anfängerhund.“ oder „Mein Hund wird nie richtig hören, die Rasse ist extrem stur.“, und, und, und… Mit jeder Rasse, ob mit oder ohne Jagdtrieb, ausgeprägter Spielfreude oder besonderer Sensibilität – kann und muss man arbeiten. Der Erfolg hängt davon ab, wie konsequent sie bei der Erziehungsarbeit sind und ob sie die Eigenschaften ihres Hundes individuell beim Training berücksichtigen. Erzogen werden muss jeder Hund !!!

 

Hunde der gleichen Rasse tun sich nichts                                                                         Das ist nicht richtig!!! Wie auch bei uns Menschen entscheiden viele Faktoren über DSCF5904Sympathie oder Antipathie. Hunde der gleichen Rasse verstehen sich in den meisten Fällen besser, weil sie sich in ihrer Körpersprache ähnlich sind. Das es bei Ihnen grundsätzlich keinen Ärger gibt, ist jedoch ein absoluter Mythos.

 

„Mein Hund darf mich anspringen, wenn ich Jogginghosen trage,  aber nicht,  wenn ich gute Sachen anhabe!“                                                                                                    Totaler Quatsch!!! Der Hund ist kein Mensch und kann auch nicht unterscheiden zwischen alten Klamotten oder teurer Abendmode. Hier muss die berühmte Konsequenz in der Hundeerziehung greifen.  Wenn Ihr Hund Sie nicht anspringen soll, dann müssen Sie das durchgehend verbieten.  Nicht mal so und mal so, das verwirrt Ihren Vierbeiner und er wird an Ihrer Kompetenz als Rudelchef zweifeln.

 

zähneDas machen die Hunde unter sich aus…  Viele Hundehalter greifen nicht ein, wenn ihr Hund einen Artgenossen bedroht oder sich dominant verhält, weil sie der Meinung sind: “ Das machen die schon unter sich aus!“ Dabei ist es die Pflicht,  eines souveränen Hundeführers, bei drohenden Konflikten einzuschreiten. Abgesehen davon, dass sie ihre eigene Chefposition dadurch untermauern, ist kluges und vorausschauendes Handeln ausgesprochen wichtig, um ernsthafte Konflikte oder Raufereien zu vermeiden.

Mythen über Welpen

In dieser Kategorie finden Sie Irrtümer „über Welpen“ zum Thema:    

 „Hundebabies haben einen „Welpenschutz“!“                                              „Nackenschütteln ist artgerechte Erziehung!“                                                                „Nase in die hingepinkelte Pfütze tunken! = Stubenrein“                                            „Welpen brauchen keine Disziplin und Erziehung, die kommt später!“                     „Welpen brauchen viel Bewegung“                                                                                „Extra-Kalzium für Welpen, damit sie groß und stark werden!“

 

„Hundebabies haben einen „Welpenschutz“ !“    Solche Annahmen sind unter Hundehaltern weit verbreitet und führen sehr häufig zu Konflikten und Missverständnissen. – Wir erleben solche Situationen tagtäglich bei unserer Arbeit.

„Mit diesem Blick kriege ich ALLE! Ich bin der taube Snoop, die Zucker-Schnecke!“

Der sogenannte Welpenschutz existiert ausschließlich im eigenen Rudel und dieses Rudel besteht in erster Linie nur aus dem Mensch-Welpen-Zusammenschluß!

Sind bereits andere Hunde im Haushalt vorhanden, heißt es auch bei denen nicht automatisch, dass der Welpe eine besondere Behandlung erfährt, weil er so klein, verspielt und tapsig ist und so unschuldig dreinschaut … Innerhalb dieser Gemeinschaft genießen die Welpen durchaus eine höhere Toleranz und können bei einigen Hunden eine erhöhte Pflegebereitschaft und Fürsorge auslösen, aber dies ist nicht der Regelfall und schon gar nicht bei Fremdbegegnungen mit erwachsenen Hunden!

Bitte lasst Eure Hunde-Babys nicht zu anderen Vierbeinern laufen, auch wenn diese freundlich erscheinen. Erwachsene Hunde sind nicht immer nett zu Hundewelpen! Viele Hundehalter denken: “ der tut schon nix „. Doch leider ist dem nicht so!!!

Eine grundsätzliche Beißhemmung und das Verschonen eines Welpen, der Unterwerfungsgesten zeigt (sich z.B.: auf den Rücken legt), gibt es bei erwachsenen Hunden nicht.

Mancher Hund findet diese temperamentvollen Racker einfach nur blöd, fühlt sich genervt oder gestresst und reagiert sehr abweisend! Unter Umständen  möchte er je nach Stimmung, Ort und Augenblick der Begegnung auch sein Haus, seinen Ball etc. als seine Ressource verteidigen und wird den Welpen wie einen fremden erwachsenen Hund behandeln. Ganz oft reagieren auch Hündinnen, die selbst schon Nachwuchs hatten, aggressiv auf fremde Welpen!

Bevor sie Ihren Welpen zu anderen Hunden lassen, sollten Sie sich vergewissern, ob der fremde Hund gut sozialisiert und verträglich mit Artgenossen und insbesondere mit Welpen ist. Doch selbst dann können Sie keine Narrenfreiheit für den Kleinen erwarten! Die meisten Begegnungen werden für Ihren Welpen zu einem Lernprozess, in dem er die Regeln der älteren und ranghöheren Hunde zu befolgen lernt.

 

„Nackenschütteln ist artgerechte Erziehung!“   Im Nacken packen, anheben und schütteln, denn so wird der Nachwuchs unter Hunden bestraft, lautet der Myhtos!

In Wahrheit wird nur die Beute so gepackt, um mit dem „Totschütteln“ einen Genickbruch zu verursachen. Ihr Hund wird durch solch eine Maßnahme kein Vertrauen zu Ihnen aufbauen, wenn Sie ihn als BEUTE behandeln !!!

Die Hundemutter zeigt das abgeschwächte Verhalten den Welpen, als leichtes Ziehen am Nackenfell,  als Teilsequenz des Jagd- und Beutefangverhaltens, welches von den Welpen spielerisch an den Geschwistern und am Spielzeug geübt wird. Dabei werden auch manche Körperteile u. ä. (Hosenbeine des Besitzers , Ohren der Geschwister etc.) als Beuteersatz „totgeschüttelt“…

Jedoch greift die Hundemutter nie zu solch einer Handlung im Sinne einer Disziplinierungsmaßnahme, sondern knurrt, fixiert drohend, wendet den sogenannten „Schnauzengriff“ (ihr Fang greift über die Schnauze des Welpen) an oder drückt den Welpen zu Boden. Im Nacken packt sie den Welpen nur, um ihn zu tragen oder wegzuzerren.

 

„Nase in die hingepinkelte Pfütze tunken! = Stubenrein“     Nein, so einfach ist es nicht, denn der Hund versteht dadurch nicht, was er falsch gemacht hat, auch nicht, wenn Sie dabei schreien und toben! Sie erreichen damit nur, dass er sich entweder aus Angst erneut löst oder die gewünschte Aufmerksamkeit bekommt, denn Hunden, die Aufmerksamkeit fordern, ist es egal, ob diese positiv oder negativ ist!

Verkneifen Sie sich jeden Kommentar, denn auch ein „Was machst DU da wieder?“ klingt in den Ohren Ihres Welpen, wie eine Bestätigung, ein Lob, wenn Sie es mit warmer und weicher Stimme aussprechen!

Pinkelt der Welpe in Ihrem Beisein los, dann nehmen Sie ihn SOFORT und bringen ihn raus, an den Ort, wo er sich lösen darf! Auch wenn Sie dabei Gefahr laufen, selbst angepinkelt zu werden, weil er sein Handeln noch nicht unterbrechen kann!!!

Nach dem Spaziergang entfernen Sie kommentarlos die Pfütze, die der Welpe zuvor hinterlassen hat und neutralisieren den Geruch, um ihn nicht dazu zu verleiten, sich erneut auf diese nach Urin riechende Stelle zu entleeren, z.B. durch einen Essigreiniger oder ein Essig – Wasser – Gemisch.

Sollte das Geschehen nicht in Ihrem Beisein stattgefunden haben, lohnt es sich auch nicht im Nachhinein noch Hektik zu verbreiten, denn Ihr Welpe kann seine Handlung und die daraus resultierenden Folgen jetzt nicht mehr in Verbindung bringen!

Ausnahmen bestätigen die Regel:   Ist Ihr Hund bereits stubenrein und pinkelt trotzdem in gewissen Situationen in die Wohnung, kann dies verschiedene Ursachen haben, die Sie medizinisch untersuchen lassen sollten wie z.B. eine Blasenentzündung.

Es kann aber auch eine Geste der Unterwürfigkeit sein, ein Markierungsverhalten (auch in fremden Wohnungen oder wenn fremde Hunde oder Menschen zu Besuch kommen), um sein Besitz, seine Ressourcen zu sichern, eine starke Erregung (diese kommt z.B. bei Dackeln aber auch bei anderen Rassen oft vor, wenn sie sich ganz doll freuen). eine Angstreaktion bei lauten Geräuschen oder Gewitter oder auch als Zeichen von Trennungsangst oder als Protestreaktion… Nur Sie können die Ursache herausfinden, indem Sie das Verhalten Ihres Welpen beobachten.

 

„Welpen brauchen keine Disziplin und Erziehung, die kommt später!“

Wenn so ein kleiner Racker in die Leine beißt, rumhüpft an der Strasse, an der Leine zieht und jeden Passanten anspringt, ist es als Welpe noch  niedlich und keiner beschwert sich. Aber stellen Sie sich vor, der Welpe ist ausgewachsen und es handelt sich z.B. um eine Deutsche Dogge, dann rennen alle schreiend davon und haben Angst vor Ihnen, weil Sie Ihren Hund nicht unter Kontrolle haben!

Disziplin und Erziehung sind von Anfang an wichtig! Denn was Sie jetzt versäumen, müssen Sie später für teures Geld bei einem Hundetrainer / Hundeschule nachholen!

Überlegen Sie sich bitte im Vorfeld, was Sie von Ihrem Hund erwarten, wie er später als erwachsener Hund sein soll und arbeiten Sie vom ersten Moment Ihres Zusammenlebens daran. – Auch wenn es schwer fällt, weil er so süüüüüüüß und noch ein Baby ist!

Aber genau jetzt können Sie ihn spielerisch beeinflussen und lehren, weil er neugierig und wissensdurstig ist. Selbstredend dürfen Sie nicht jedesmal eine korrekte Ausführung erwarten, aber er wird die Bedeutung Ihrer Kommandos lernen, indem Sie ihn für die richtige  Ausführung belohnen, indem Sie ihn verbal und / oder körperlich (durch Streicheleinheiten) loben oder aber auch die Lernfortschritte mit Leckerlies unterstützen. Auf diese Art und Weise unterstützen Sie das gewünschte Verhalten Ihres Welpen.

Üben Sie aber gleichzeitig das unerwünschte Verhalten zu korrigieren, indem Sie ein sogenanntes „Abbruchsignal“ trainieren, z.B. ein „NEIN“, „PFUI“, „AUS“. Seien Sie dabei konsequent in jeder Lebenslage, dabei aber ruhig und bestimmend in Ihrem Tonfall!

Diese Lektion ist nur für den Hundehalter, um die Unterschiede in den Kommandos zu erkennen: Beispiel:

Geht der Welpe an ein Fleisch-Stück ran, heißt es „NEIN!“ – Ist der Welpe an einem Fleischstück dran, weil Sie es vorher nicht bemerkt haben, schnuppert daran und will es aufnehmen, heißt es „NEIN!“ oder „PFUI“ – wie viele unterschiedliche Kommandos Sie Ihrem Hund beibringen wollen, ist Ihnen überlassen. – Hat der Welpe das Fleischstück in der Schnauze und soll es fallen lassen / ausspucken, heißt es „AUS!“

Sie müssen als Rudelführer immer in der Lage sein, die „Beute“ für sich zu beanspruchen! Egal ob es sich dabei um etwas Essbares oder um ein Spielzeug handelt! Denn heutzutage könnte alles, was Ihr Hund findet oder von Fremden annimmt ein tödlicher Köder sein!

Machen Sie bitte nicht den Fehler Ihren Hund zu jagen, wenn er eine Beute im Maul hat, um ihm diese dann mit Gewalt zu entreißen! Üben Sie stattdessen, dass er Ihnen die Beute bring / apportiert und machen dabei stattdessen ein Tauschgeschäft: Beute gegen „besseres“ Leckerlie! 

 

„Welpen brauchen viel Bewegung“

Irrtum! Der Tag eines Welpen und auch eines Junghundes besteht aus kurzen Bewegungsphasen mit Spiel-Sequenzen und längeren Ruhe- und Schlafphasen! Knochen und Gelenke sollen nicht überfordert werden, besonders bei großen Rassen (!), daher gilt: besser mehr spielen als zu lange zu laufen!

 

„Extra-Kalzium für Welpen, damit sie groß und stark werden!“    Welpenfutter enthält genug Kalzium und braucht keine EXTRA-Zufütterung!! Im Gegensatz zu erwachsenen Hunden, können Welpen und Junghunde den Kalziumüberschuss, der zu Regulationsstörungen führt und Knochen- wie auch Gelenkprobleme verursacht (besonders bei Hunden großer Rassen), nicht ausscheiden!!!

 

 

 

 

 

 

 

 

Tierische Körperpflege

Ein gesundes, glänzendes Fell und eine geschmeidige Haut sind auch das Ergebnis einer guten Pflege:  Welche Bürste für welches Fell? Wie oft badet man einen Hund? Wie reinige ich Augen, Ohren etc…   Wie Sie Ihrem Liebling einen glänzenden Auftritt verschaffen:

Warum muss man Hunde kämmen?                                                          Abgestorbene Haare verfilzen und ziepen bei langhaarigen Hunden, wenn sie nicht ausgebürstet werden. Dann drohen Ekzeme, weil keine Luft mehr an die Haut kommt und nur das tägliche Kämmen verhindert den Filz. Je länger das Haarkleid, desto häufiger müssen Sie den Hund bürsten, weil Verfilzungen Parasieten ein ideales Versteck bieten.

Doch alle Hunde (auch die Kurzhaarigen) freuen sich, wenn sie mit einem Fellhandschuh, Kamm oder Bürste „gestreichelt“ werden. Zudem regt die Massage den Stoffwechsel an.

Unbedingt sollte man während des Fellwechsels die abgestorbenen Haare auskämmen.

Haart Ihr Hund besonders viel, leidet er eventuell unter einem Vitaminmangel.

Gegen Schuppen füttern Sie Fettsäure-Kapseln oder Nachtkerzenöl zu.

 

Wie pflegt man welches Hundefell?

* WOLLIG UND ZOTTELIG ( Bobtail, Spitz, Puli…)                                                     Das Fell bedeutet intensive und regelmäßige Arbeit, nicht nur mit dem Kamm, sondern auch mit den Händen. Filzhaare „zotten“, d.h. von Hand auseinanderziehen.

SIE BRAUCHEN: Zupfbürste zur Bearbeitung der dichten Unterwolle, Effilierschere zum Ausdünnen des Unterfells und einen Kamm für die langen Haare an der Rute.

* LANG UND WALLEND (Afghanen, Yorkies, Malteser…)                                           Das lange Fell braucht sehr viel Pflege, damit das Haarkleid glänzend und gesund bleibt.

SIE BRAUCHEN: Bürste, um das Fell in Form zu halten, Zupfbürste zum Entfernen abgestorbener Haare und einen Kamm für die Feinarbeit.

* KRAUS UND LOCKIG ( Pudel, Curly Coated Retriever..)                                            Je nach Rasse ist krauses, lockiges Fell sehr zeitaufwendig. Pudel sollten täglich gebürstet werden, weil ihre krausen Haare nicht von allein ausfallen. Wenn es beim Kämmen ziept, dann halten Sie das Haar am Ansatz fest. Locken müssen nur mit feuchten Fingern massiert werden und können mit der Schere in Form gebracht werden ab und an.

SIE BRAUCHEN: Zupfbürste, Kamm und Schere.

* DICHT UND WARM (Deutscher Schäferhund, Husky…)                                            Das robuste und wärmeisolierende Fell muß regelmäßig ca. 3 mal die Woche gründlich gebürstet werden, während des Fellwechsels sogar täglich.

SIE BRAUCHEN: Bürste, Striegel und Zupfbürste zum Entfernen abgestorbener Haare

* RAUH UND DERB (Rauhhaardackel, Foxterrier…)                                                   Das raue und derbe Fell darf nicht geschoren werden. Das macht ihr Haarkleid weich. Das Fell sollte gestriegelt werden, Zupfen und Trimmen sollten Sie sich von einem Hundefriseur erklären lassen.

SIE BRAUCHEN: Striegel und Bürste, Zupfbürste und Trimm-Messer

* KURZ UND GLÄNZEND (Dobermann, Dogge, Boxer, Beagle…)                             Das pflegeleichteste Hundefell braucht lediglich ein Ledertuch und einen Gummi-Noppenhandschuh. Den Hund täglich mit dem Tuch abreiben, zum Verteilen von Haarfett und einen schönen Glanz und ihn mit dem Handschuh massieren zum Entfernen der abgestorbenen Haare.

 

BADEN   Das Baden sollte nicht übertrieben werden, um den natürlichen Fetthaushalt des Haarkleides nicht zu zerstören, welcher gegen Nässe, Kälte und Hitze schützt.

Aus diesem Grund ist es auch wichtig, dass der Hund mit speziellem Hundeshampoo gebadet wird, da der Säurewert anders als beim Menschen ist. Baden Sie den Hund mit einem normalen Menschenshampoo entzündet sich im schlimmsten Fall die Haut des Hundes und er leidet unter Juckreiz!

* Sie sollten den Hund nicht öfter als alle 3 Monaten baden!

* Legen Sie bitte immer eine rutschfeste Matte in die Wanne, so das der Hund einen festen Stand hat.

* Achten Sie bitte auch darauf, dass dem Hund kein Shampoo in Augen und Ohren läuft!

 

AUGEN    Schlafkrümel können mit einem weichen Papiertuch aus den Augenwinkeln entfernt werden. Verkrustungen lassen sich mit einem in lauwarmes Wasser getränktem Tuch lösen. Bitte keine Kamillenlösung verwenden, diese kann Reizungen hervorrufen!

Kontrollieren Sie immer die Bindehaut. Ist diese gerötet und tränt, könnte dies ein Anzeichen für eine Bindehautentzündung sein.

 

OHREN    Hundeohren müssen mit einem feuchten Tuch vom Schmutz befreit werden. Achten Sie darauf, dass Haarbüschel nicht verkleben und den Gehörgang verstopfen, da sonst eine Entzündungsgefahr besteht. Keine Wattestäbchen verwenden!

 

PFOTEN    Pfoten sind besonders empfindlich und sollten vor allem im Winter gegen Kälte, raue und gefrorene Böden oder aggressives Streusalz geschützt werden. Beugen Sie Verletzungen und rissigen Ballen vor, indem Sie das Fell zwischen den Ballen abschneiden, damit sich keine Eisklumpen bilden können, und schützen Sie die Pfoten mit einem Balsam, den Sie vor dem Gassi gehen auftragen. Meiden Sie salzgestreute Strassen oder besorgen Sie ihrem Hund spezielle Schuhe.

 

KRALLEN    Hundekrallen nutzen sich in der Regel beim Laufen von selbst ab. Nur die Daumenkrallen und Wolfskrallen sollten darauf kontrolliert werden, dass sie sich nicht einrollen und in die Haut wachsen, daher müssen sie ab und zu beschnitten werden.

 

ANAL- UND GENITALBEREICH     Viele Hunde haben Probleme mit verstopften Analdrüsen. Diese befinden sich seitlich des Anus und werden normalerweise mit dem Kotabsatz entleert. Manchmal kommt es aber auch zu Verstopfungen, dann sollten sie einen Tierarzt aufsuchen, der sie ausdrückt.

Bei Hunden mit langem Haarkleid sollten Sie nach jedem Spaziergang den Genitalbereich untersuchen. Manchmal bleibt beim Kotabsatz etwas im Fell hängen und sollte dann abgewaschen werden.