Fleischlexikon

RIND

Muskelfleisch

Nicht nur Filet und andere edle Stücke zählen zum Muskelfleisch.

Kopffleisch – teilt sich auf in Backenfleisch sowie Maulfleisch (Lefzen) und ist sehr nahrhaft

Zwerchfell – wird je nach Region auch Kronfleisch oder Saumfleisch genannt,es ist von einer silbrigen Haut überzogen, die mitverfüttert werden kann.  Durch seine langfaserige Textur muss es am Stück  ordentlich benagt werden

Stichfleisch – ist meist sehr blutig, wenn man es frisch bekommt, es handelt sich um das Fleisch vom Hals des Rindes

Zunge – ist meist teuer, denn sie gilt auch für Menschen als Delikatesse

Beinscheiben – sind keine reinen Muskelfleischstücke, da sich sowohl Röhrenknochen in der Mitte, als auch Knochenmark in der Markhöhle befindet.

Das Fleisch der Beinscheiben wird oft als Gulasch verwendet und stellt gutes , kerniges Muskelfleisch dar. Jedoch ist bei den Knochen Vorsicht geboten, da die Hundezunge hier leicht im Knochen stecken bleiben kann, wenn sie versucht an das wohlschmeckende Mark ran zu kommen und da die Knochen sehr hart sind, kann es zu Zahnschmelzdefekten kommen

Herz – als eine Besonderheit wird hierbei das Herz genannt, denn es zählt nicht zu den Innereien, sondern zum Muskelfleisch. Dennoch sollte nicht zu viel Herz gefüttert werden ( lediglich 1 x pro Woche), ebenso sollte es nicht als Ersatz für andere Musklelfleischsorten  dienen.

Muskelfleisch wird auch als Hackfleisch oder Faschiertes bezeichnet und hat meist einen Fettgehalt von nicht mehr als 20 %, nennt man es Tatar, Schabelfleisch oder Beefsteakhack hat es einen Fettgehalt von nicht mehr als 6 %.

Innereien

Mindestens 1 x pro Woche sollten Innereien auf dem Speiseplan des Hundes stehen, da sie dem Hund wichtige Nährstoffe und Vitamine bieten.

Leber – ist sehr Vitaminreich, sollte aber, da es ein Entgiftungsorgan ist  nicht übermäßig oft gefüttert werden ( 1 x pro Monat). Sie wirkt abführend und kann zu einer Vitamin-A-Vergiftung führen. Leber kann gut nach einer Knochenmahlzeit verfüttert werden, um Verstopfung vorzubeugen.

Nieren – sind wie die Leber, ein Entgiftungs- und Ausscheidungsorgan und sollten ebenfalls nur sparsam verfüttert werden. Es obliegt dem Geschmack des Hundes, da Nieren sehr streng riechen, ob er bereit ist, sie in der natürlichen Form zu essen. Ansonsten ist es hilfreich sie einige Stunden lang zu wässern bzw. sie in einem Gemisch aus Buttermilch und klarem Wasser zu baden.

Lunge – hat keinen hohen Nährwert und wenig Kalorien, eignet sich gut als Diätfutter. Sie ist sehr protein- und eisenreich und enthält wenig Fett. Zu viel Lunge kann allerdings zu Blähungen führen!!!

Pansen – ist, neben dem Blättermagen, dem Netzmagen und dem Labmagen, einer der 4 Mägen des Rindes.Der Pansen ist der größte der Mägen und wird als grüner oder weißer Magen angeboten.

Der weiße Pansen ist gänzlich unbrauchbar, da er gewaschen, chemisch behandelt und gekocht wurde, enthält er fast keine Nährstoffe mehr und sollte dem Hund nicht verabreicht werden.

Der grüner Pansen enthält alle wichtigen Nährstoffe und kann dem Hund, wenn möglich, auch mit Inhalt verabreicht werden.

Blättermagen – auch als Psalter bezeichnet, wird dem Hund im gefüllten Zustand mit halbverdauter Nahrung des Rindes angeboten. Der Speisebrei ist schon weiter verdaut als die Reste im Pansen und der Blättermagen hat einen niedrigeren Fettgehalt als der Pansen und eignet sich daher gut als Diätfutter.

Milz – ist das größte Lymphorgan des Rindes und kann der Innereiportion des Hundes gut beigemischt werden

Ob Muskelfleisch oder Innereien, Sie können dem Hund alle Fleischsorten im geschnittenem oder gewölften Zustand anbieten. Im geschnittenem Zustand ist es zwar Artgerecht, da der Kauapparat und die Zähne gefordert werden, aber im gewölften Zustand läßt sich der Gemüseanteil leichter untermischen vor allem bei Welpen oder älteren Hunden.

Knorpel

Knorpelige Teile enthalten Kalzium, eignen sich gut zum reinigen der Zähne und Kräftigung der Kaumuskeln, aber sie ersetzen nicht den Knochen als Kalziumspender !!!

Schlund – ist die Speiseröhre des Rindes und sehr gesund aufgrund seines guten Kalzium-Phosphorverhältnisses

Kehlkopf – die Gurgel des Rindes sollte zerteilt werden, damit der Hund mit der Zunge nicht stecken bleibt

Stross – die Luftröhre, sollte wie der Kehlkopf zerteilt werden

Knochen

liefern wichtige Mineralien, vor allem Kalzium. Knochen eignen sich besonders von jungen Rindern und Kälbern gut zur Fütterung., da sie komplett verspeist werden können, während härtere Knochen von älteren Rindern  lediglich abgenagt werden können.

Ideal sind Knochen die aus 50% Fleisch und 50% Knochen bestehen

Rinderbrustbein oder Kalbsbrustbein – ist ein „Anfängerknochen“ , soll heißen: ein sehr weicher Knochen mit viel Fleisch, der fast im Ganzen gefressen werden kann, sollte jedoch trotzdem in Stücke geschnitten werden

Rinderbein – ein harter Knochen mit  großen Kugelgelenken an beiden Seiten und seinem Röhrenknochen in der Mitte. Zersägt man die Kugelgelenke des Rinderbeines erhält man Sandknochen. Diese splittern in der Regel nicht und sind gut für die Zähne, sollten aber nicht zu oft und nur an erfahrende Hunde verfüttert werden.

Ochsenschwanz – sollte nach Grösse des Hundes in Stücken verabreicht werden, denn er kann zum Teil schwer verdaulich sein

Markknochen – sind zersägte Röhrenknochen und sollten unter Vorbehalt an erfahrene Hunde gefüttert werden, die das Mark rausschleckern und nicht versuchen den harten Knochen zu verbeißen.

Rippen – mit viel Fleisch können gut verfüttert werden

Schulterknochen – sind recht groß und bieten dem Hund lange Beschäftigung

Oberbein –  wird gern benagt, eignet sich aber nicht im Ganzen zur Verfütterung

Rinderfuß – Vorsicht ist wegen der splitternden Röhrenknochen geboten !!! Rinderfüße eignen sich  mehr als Beschäftigung und Kauspaß, als zur Fütterung

Leckerlies

Folgernde Teile des Rindes haben keinen besonderen Nährwert, daher ist es nicht nötig sie zu verfüttern, sie dienen eher zur Beschäftigung des Hundes.

Hoden – enthalten viele Hormone und sollten nicht öfter als 1 x pro Monat verfüttert werden

Ziemer –  nennt man den Penis des Bullen und kann ihn hin und wieder dem Speiseplan beifügen

Euter – hat keinen wirklichen Nährwert, ist schwer verdaulich und minderwertig,  kann zum Diätplan hin und wieder beigefügt werden

Hörner –  einigen Hunden macht es Spaß daran zu kauen auch wenn an ihnen nichts dran ist, was der Hund „gebrauchen kann“

Klauen – sind sehr hart und bieten Beschäftigung, sind aber oft mit  Desinfektionsmitteln kontaminiert

Ohren – sind knorpelig und bieten ebenso Bedschäftigung

 

GEFLÜGEL

Muskelfleisch

Hühnerbrust/ Hähnchenbrust, Putenbrust, Entenbrust, Herzen und Mägen sowie Putenabschnitte –  zählen zum Muskelfleisch und eignen sich zur Fütterung

Innereien

Nieren, Leber, Lunge – können bedenkenlos verfüttert werden

Knochen

Flügel und Schenkel – können dem Hund mit Haut und Knochen angeboten werden. Hunde, die zur Fettleibigkeit neigen, sollten jedoch nur wenig Haut fressen. Bei Putenkeulen und Putenflügeln ist Vorsicht geboten, da ihre Knochen auf Grund des Alters oft hart sind und leicht splittern.

Hühnerhälse, Putenhälse und Gänsehälse – sind mit Fleisch umwachsen und können komplett verspeist werden, da sie nicht zum Splittern neigen und ausgezeichnete Kalziumquellen sind.

Rücken und Rippen der Geflügelarten – eignen sich ebenfalls zur Fütterung, sind aber eher für Knochenerfahrene Hunde geeignet

Leckerlies

Geflügelköpfe und Geflügelfüsse – sind als Zeitvertreib gut geeignet, bieten jedoch keine Mahlzeit

Eintagsküken – können komplett gefressen werden, eignen sich aber nur für kleine Hunde als ganze Mahlzeit. Sie besitzen einen Dottersack, der entfernt werden sollte, andernfalls sollte man darauf achten, das der Hund nicht zu viel Eigelb erhält.

 

Lamm / Schaf

Muskelfleisch 

Reines Muskelflisch ist in der Regel schwer erhältlich und sehr teuer und kann aus diesem Grund so genannte Fleischabschnitte beinhalten. Wie beim Rind handelt es sich meist um Reststücke, die nicht mehr sehr schön aussehen, aber dennoch hervorragendes Hundefutter darstellen. Als Muskelfleisch gelten alle bereits beim RIND genannten Teile, auch das Herz.

Innereien

Lunge, Leber, Nieren und Milz können an den Hund gut verfüttert werden. Lediglich vom Verdauungstrakt sollte man absehen.

Knochen, Knorpel & Fleischknochen – können (wie beim Rind) verfüttert werden

Rippen und Brustbein – können als Einstieg auch weniger erfahrenen Hunden angeboten werden

Schultergelenksknochen, Lammhals, Lammnacken, Schlund, Kehlkopf und Stross sollten unter nötigen Vorsichtsmaßnahmen wie beim Rind verfüttert werden.

Schafskopf ( komplett) – beschäftigt den Hund eine längere Zeit über, ist jedoch nichts für Zartbesaitete. Viele Hunde wissen damit auch nichts anzufangen und brauchen Animation…

Hörner, Euter, Penis und Hoden – können in Maßen als Leckerlie verfüttert werden

Hirn – ist sehr fett und verursacht oft Durchfall

 

Ziege

Wenn man die Möglichkeit hat, was hierzulande selten ist, können in der Regel alle Teile der Ziege als Hundefutter in Betracht gezogen werden. Vom Magen-Darm-Trakt ist abzuratten, da Ziegen, wie auch Schafe dem Bandwurm als Wirt dienen.

 

Pferd

Pferdefleisch ist teuerer als Rindfleisch, jedoch eiweißreich und fettarm und wird bei Nahrungsmittelallergien oft und gern empfohlen, da es als hypoallergen bezeichnet wird. Die Verträglichkeit beim Hund ist sehr gut.

Muskelfleisch und Knochen 

es können wie beim Rind die gleichen Teile verfüttert werden, ausser Röhrenknochen, in dem Fall die Beinknochen.

Innereien 

sollten nicht in den Napf gelangen, da sie mit Schwermetallen belastet sein können

 

Kaninchen

Wie beim Geflügel, können je nach Größe des Hundes ganze Tiere verfüttert werden, ausser der Gedärme. Kaninchenfleisch enthält essentielle Fettsauren.

 

Wild

Damwild, Rehwild und Rotwild ( Hirsche) ist in seiner Art dem Lamm ähnlich und kann, bis auf den Verdauungstrakt aus Gründen der Parasitenübertragung und bis bis auf die Röhrenknochen der Beine, zur Hundefütterung verwendet werden. Da das Fleisch in der Regel ohne Hormone oder gar Medikamentenrückstände ist, ist es von besonders guter Qualität und eignent sich zur Fütterung auch bei einer Nahrungsmittelallergie.

 

Fisch ( komplett; roh; frisch)

Ab und an sollte die Fleischmahlzeit durch rohen Fisch (komplett) ersetzt werden. Er ist reich an Vitamin A, D, B 2, B 6, B 12, Jod, und Selen, Phosphor, Eisen, Kalium und Magnesium sowie essentiellen Fettsäuren ( Omega-3- und Omega-6- Fettsäuren ).

Die Gräten im rohen Fisch sind unbedenklich im Vergleich zu gekochten oder gebratenen Gräten, denn sie sind weich und elastisch und bereiten dem Hund in der Regel keine Probleme.

Acht geben sollte man nur bei sehr grossen bzw. alten Fischen, da diese bereits sehr stark  mineralisiert sind.

Fischfilets aus der Dose z.B. Tunfisch im Eigensaft –  kann ab und zu gefüttert werden, allerdings ist ist zu bedenken, dass der Fisch (in Dose) gekocht ist und daher nicht mit naturbelassenen rohem Fisch vergleichbar ist.

Fisch sollte in derselben Menge wie Fleisch gefüttert werden, allerdings sollte man diese Mahlzeit mit anderen Kalorien bzw Kohlenhydraten unterstützen damit der Hund kein Hungergefühl nach der Mahlzeit leidet.